


Historisches zur Landungsbootgruppe Kiel
1. Division
"MZL Delphin, MZL Barbe, MZL Dorsch, MZL Felchen, MZL Forelle"
der Amphibischen
Gruppe Kiel

Die ersten Mehrzwecklandungsboote der "MZL Klasse 520" wurden
der Flotte als ein neues Seekriegsmittel im Jahre 1964 zur Verfügung
gestellt. Von 1964 bis 1966 wurden diese Boote auf der HDW-Werft in
Hamburg gebaut und nach der anschließenden Indienststellung dem Kommando
der "Amphibischen Transportkompanie 2" in Emden unterstellt:
10.01.1966 MZL "Delphin", 10.01.1966 MZL "Barbe",
26.04.1966 MZL "Dorsch", 07.06.1966 MZL "Forelle",
23.06.1966 MZL "Felchen". Diese Landungsboote haben einen
geringen Tiefgang und einen flachen Kiel. Hierdurch können sie besonders
gut landen. 3 Panzer des Typs "Leopard" sind bei einer
Zuladungsgrenze von ca. 150 Tonnen kein Problem. In Friedenszeiten besteht
die Besatzung aus 17 Mann, von denen normalerweise 10 Soldaten
Wehrpflichtige sind.
Maße und Leistungsangaben der 520er Klasse:
| Wasserverdrängung 400 ts max. |
Geschwindigkeit 11 kn |
| Länge 40 m |
Breite
8,8 m |
| Tiefgang 2,0 m |
Bewaffnung 2 x 20 mm-Flak |
| Zuladung 150 Tonnen |
Leistung 1.000 PS |
| Antrieb 2 Dieselmotoren |
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Im Zuge der Umstrukturierung der
Bundesmarine wurde diese Einheit jedoch sehr bald aufgelöst und ihre
Mehrzwecklandungsboote, teilweise kaum zum Einsatz gekommen, Ende des
Jahres 1968 außer Dienst gestellt und der Reserveflottille Wilhelmshaven
zur weiteren Betreuung und Instandhaltung während der
"Einmottung" übergeben.
Als die beiden letzten noch aktiven LSM
"Eidechse" und "Krokodil" ihren wohlverdienten
Ruhestand antraten, wurde der Befehl zur
"Wiederindienststellung" dieser 5 MZL-Boote erteilt, um sie
wieder in die Flotte einzureihen. Am 15.05.1972 erlebten als erste Boote
"Felchen" und "Forelle" ihre Wiedergeburt und wurden
dem Kommando des 1. Landungsgeschwaders Borkum unterstellt. Es folgten die
Boote "Delphin" - inzwischen im Marinearsenal und auf der
Jade-Werft in Wilhelmshaven zum Führerboot der künftigen Division
umgerüstet und als erstes MZL mit einer festen Brücke versehen -, dann
"Barbe" (am 11.04.1973) und "Dorsch".
Seither haben die Boote ihrem Zweck bestimmend an zahlreichen
nationalen und NATO-Übungen ihre Einsatzfähigkeit und Zuverlässigkeit
unter Beweis gestellt. Sie absolvierten außerdem, innerhalb der
Landungsbootgruppe (ehemaliges 1. Landungsgeschwader) als Gesamtverband
Übungen in außerheimischen Gewässern, bei denen u. a. folgende Häfen
angelaufen wurden: Karlstadt/Schweden, Caen/Frankreich, Karlscrona/Schweden,
Malmö/Schweden, Bonn/Neuss-Rheinreise, Aalborg/Dänemark,
Dundee/Schottland.
Neben den sogenannten Alltagsaufgaben waren es auch
Besonderheiten, wie Truppenversuche, Transporte von Spezialgerät wie z.
B. Hubschrauber, Truppenplatz für abgekämpfte holländische
Infanteristen, Reparaturplattform für defekte Panzer, Musterungsplatz
für 150 Jäger, Ausstellungsgelände für das Wochenende bei der Marine,
Treffpunkt für Neusser Bürger, Empfangsstätte für VIP's, Sportstätte
für das Stammpersonal und auch künstlicher Swimmingpool.
Unangefochten
vom Wetter haben Boote und Besatzungen die Übungsziele ohne größere
Schäden erreicht.
Anfang der 90er Jahre wurde die 1. Division aufgelöst. Das MZL
"Barbe" wurde am 25.09.1991 außer Dienst gestellt, an die
griechische Marine verkauft und am 13.03.1992 an diese übergeben. Sie
fährt heute unter dem Namen "IOS" zwischen den griechischen
Inseln.