Seit
Friedhelm beim "Kieler Trachtenverein" (Bundesmarine) war, hat
ihn der Bazillus "großes Wasser" gepackt. Bei einer Tour durch
die norwegischen Fjorde hat ihn die Einfahrt von See her und die
Landschaft so nachhaltig beeindruckt, daß es sein größter Wunsch war,
eine solche Tour noch einmal zu erleben. Doch, wie das so ist, immer kam
etwas anderes dazwischen und es kam nicht dazu.
Anlässlich unseres 25-jährigen Ehe-Jubiläums haben wir überlegt,
mit was wir uns dafür belohnen können, dass wir es schon so lange
miteinander aushalten. Da fiel uns dieser noch zu erfüllende Wunschtraum
ein, einmal mit der Hurtig-Route durch die Fjorde zu schippern.
Wie das so ist, haben wir auch in unserem Umfeld davon erzählt
und viele gute Tipps und Ratschläge bekommen. So wurde uns mehrmals sehr
begeistert von der großen Polar-Reise der MS Europa erzählt, aber auch
von Fahrten auf anderen Kreuzfahrt-Schiffen und ein Erlebnisbericht über
eine Fahrt mit
einem Schiff der Hurtig-Route sehr plastisch vermittelt.
Es war wirklich nicht leicht, bei so vielen Möglichkeiten eine
Entscheidung zu treffen. Irgendwann hatten wir es dann geschafft und die
Reise in die Kälte bis zur Eisgrenze gebucht, allerdings nicht auf der MS
Europa, sondern bei einem anderen Reiseveranstalter, weil wir eigentlich
ein etwas lässigeres Ambiente wollten. Wir freuten uns sehr
und waren schon sehr gespannt.
Doch dann kam das dicke Ende: "unser" Schiff stand plötzlich
nicht mehr zur Verfügung. Es war in Neapel "an die Kette"
gelegt worden und durfte nicht mehr aus dem Hafen heraus, weil der
Schiffseigner seine Schulden nicht bezahlte. Unsere Gesichter wurden immer
länger und länger und der Urlaub kam immer näher. Die Enttäuschung
war sehr groß. "Was nun?", fragten wir den Veranstalter. Er bot
uns Ersatzreisen in alle Himmelsrichtungen an. Aber uns
interessierte doch nur die Nordland-Tour und das alternative Angebot war schon komplett
ausgebucht.
Wir hatten uns schon so halbwegs damit abgefunden, daß die Erfüllung
unseres Wunsches sich dann wohl wahrscheinlich um ein Jahr verschieben
würde. Dann kündigte uns der Veranstalter ein Ersatz-Highlight an: MS
Europa. Ob der Verwirklichung waren wir doch sehr skeptisch, aber es klappte
doch und bald darauf lag die Bestätigung in
unserem Briefkasten.
Jetzt fingen die Probleme allerdings für uns an, vor allem für
Hildegard. Sie schrie nämlich sofort auf: "Um Himmels willen, habe
ich denn dafür genug im Kleiderschrank?". Jetzt werden sicherlich einige männliche
Wesen aufstöhnen und sagen "Frauen und ihre Garderobe", ohne
allerdings zuzugeben, daß sie auch nicht ohne Eitelkeit sind. So wurde
denn eben alles vom Untersten zum Obersten und vom Obersten zum Untersten
durchwühlt und der Bestand an angemessener Garderobe aufgelistet und auf
Vollzähligkeit überprüft. Letztendlich wurde dieses Problem
zufriedenstellend gelöst.
Aber dann, dann tauchte das nächste Problem auf: "Wie halten wir
es denn dort mit dem Essen bei diesem tollen 5-Sterne-Angebot?". Wir
gehören leider nicht zu denen, die ohne Bedenken jede Menge essen
können, ohne Auswirkungen auf die Figur. So machten wir uns dann
rechtzeitig tapfer daran, ein wenig Gewicht abzuspecken nach dem Motto:
"So sitzt die Kleidung am Anfang der Fahrt eben locker und am Ende
eben nicht mehr so locker!".
Endlich ging es los und wir fuhren dann fröhlich gen Norden nach Bremerhaven und schifften
auf der MS Europa ein.

(Fortsetzung zu einem späteren Zeitpunkt. Vorab schon mal ein paar Fotos.)